Synergetik-Einzelsitzung: "Kröte und Prinz"
Die Klientin erlöst in dieser Sitzung ihren inneren Prinzen, indem sie ihre innere Kröte zermatscht - wie in dem bekannten Märchen Der Froschkönig. Allerdings stellt sie fest, dass sie selbst noch nicht bereit ist, zur Prinzessin zu werden und ihr Herz dem Prinzen zu schenken. Sie bemerkt: Es ist so, daß wenn jemand mein Herz hat, dann kann er mir furchtbar wehtun und das will ich nicht mehr.
Ausgangsbild : Brunnen mit weißem, zartem Wasser. Darüber blauer
Himmel und Pflanzen an den Wänden.
Th: Wieviele Türen kannst
du sehen?
Kl: Rechts drei und links
drei und eine geradeaus und diese möchte ich nehmen.
Th:
Steht etwas drauf auf der Türe? Fällt dir ein Begriff ein?
Kl: Da steht: Angstgestalt
Th: O.k., dann öffne
die Türe jetzt.
Kl: Der Raum ist ganz schwarz
und wie ich das fühle hat er keinen Boden. Ich stehe am Rand und gehe nicht
hinein, denn dann würde ich hinunterfallen und fallen und ich weiß
nicht wohin.
Th:
Links neben der Türe ist normalerweise ein Lichtschalter. Stelle dir das
vor und schalte ihn ein.
Kl: Ja, das Zimmer sieht aus
wie ein tiefer, tiefer Brunnen. Er ist rund und mit Steinen eingefaßt.
Es geht unendlich tief hinunter und ich kann nicht bis auf den Grund schauen.
Th: Du hast drei Möglichkeiten.
Du kannst den Brunnen direkt ansprechen, du kannst herausfinden welche Ereignisse
dazu beigetragen haben, daß er so da ist oder du kannst hineinspringen.
Kl: Ja, ich denke ich möchte
einfach mal hineingehen. Da hängt ein Seil und daran lasse ich mich herunter.
Die Wände werden immer feuchter, modriger und muffiger. Ich sehe von oben
noch einen kleinen Lichtschimmer. Ich bin unten angekommen. Hier ist Wasser
drin, welches mir bis zum Knöchel geht. Es ist matschig und es sind faule
Blätter drin.
Th: Sage dem Brunnen, wie
du dich jetzt da unten fühlst.
Kl: Brunnen, irgendwie habe
ich das Gefühl, daß bei dir hier unten etwas ganz schreckliches ist,
aber ich sehe gerade nichts besonderes. Ich weiß zwar nicht, was ich erwartet
habe bei dir zu finden, jedenfalls ist hier nichts. - Tja, Brunnen ich habe
das Gefühl, daß du mich anlächelst, aber du sagst nichts. Du
bist auch gar nicht so gefährlich, wie ich das befürchtet hatte. Du
mußt aber doch etwas mit meiner Angstgestalt zu tun haben.
Th: Frage ihn mal, was für
dich wichtig ist.
Kl:
Brunnen, was ist für mich wichtig? Ich habe mir die Mühe gemacht,
hier hinunter zu steigen und nun möchte ich von dir einen Hinweis haben.
Ich sehe jetzt die Angstgestalt, die ich in der letzten Session hatte, an die
Brunnenwand gequetscht. - Ja Angstgestalt, du stehst da an die Brunnenwand gedrückt,
ganz groß und dünn, wie ich dich schon einmal gesehen habe. Wie ein
schwarzer Schatten, aber im Moment löst du bei mir gar nichts aus.
Th: Ist die Gestalt da unten
zuhause oder damit verbunden?
Kl: Sag mal, wohnst du hier?
- Sie nickt.
Th: Schau, ob du auf sie zugehen
kannst und dir von ihr etwas zeigen lassen kannst?
Kl: Angstgestalt, ich stehe
jetzt dicht vor dir und schaue hoch zu dir. Du bist heute nicht so schrecklich
für mich, aber ich möchte gerne von dir wissen, wo du herkommst und
wo du entstanden bist? Warum sagst du nichts? Du warst schon öfter in meinem
Leben da und hast mir die Luft abgedrückt, so daß ich fast nicht
mehr leben konnte. Das ärgert mich, daß du nichts sagst.
Th: Spüre mal, was da
hochkommt und was du machen möchtest.
Kl: Du gibst mir das Bild,
wo ich dich zum ersten Mal in meinem Erwachsenenleben wahrgenommen habe. Das
ist ungefähr 25 Jahre her. Ich weiß, daß du damals aufgetaucht
bist und mir die Luft abgedrückt hast und ich keinen Ausweg gesehen habe
für mein Leben.
Th: O.k., sei noch einmal
dort und die Gestalt soll dich begleiten.
Kl: Ja, komme einfach mit
dahin. Dorthin, wo ich mir nicht mehr zu helfen gewußt habe und wo es
mir so schlecht ging, daß ich mich geschüttelt habe vor Angst und
Dunkelheit.
Th: Sei noch einmal dort und
schaue aus deinen Augen heraus.
Kl: Ich sehe die Angtsgestalt
neben mir und C., den ich damals geheiratet habe ohne ihn zu lieben. Er war
einfach ein Freund für mich. - direkte Ansprache -
![]()
C.,
ich habe dir damals gesagt, daß ich dich nicht liebe und du ein Freund
für mich bist. Aber du hast mich mit deiner Liebe fast erdrückt und
du hast mich angebetet, als deinen ganzen Lebensinhalt. Du hast versucht, dich
umzubringen und ich habe mich so unter Druck gefühlt, daß ich dich
geheiratet habe. Da fing diese Angst an. Noch vor dem Stan-desamt, habe ich
daran gedacht `Nein` zu sagen, habe aber doch `Ja` gesagt. Dann war ich auch
schon schwanger von dir und es war alles so fürchterlich. Ich wußte
nicht, wie ich weiterleben soll. Ich wollte dieses Kind nicht.
Th: Wie reagiert er denn?
Wie ist sein Gesichtsausdruck?
Kl: Ich habe das Gefühl,
daß er mich auffrißt vor Liebe. - direkte Ansprache - C., ich habe
das Gefühl, daß du mich auffrißt vor lauter Liebe und wegen
deiner starken Gefühle.
Th: Du scheinst ihm ganz schön
viel Macht gegeben zu haben über dich.
Kl: C., sag mir was war das
oder zeige mir was ausschlaggebend dafür war, daß ich mich so gefühlt
habe. Jetzt taucht die Situation auf mit meiner ersten großen Liebe, mit
einem Amerikaner namens B. ! Da hatte ich zum ersten Mal das Gefühl, daß
da ein Teil von mir aufgetaucht ist und auch zum ersten Mal wahnsinnige Angst,
jemanden zu verlieren. Heute kann ich sehen, daß sich das auch bei einem
anderen Freund namens W. wiederholt hat. In meinen Träumen habe ich W.
auch immer mit B. angeredet. Ich weiß, daß es Verlustangst ist.
Ich weiß, daß es von früher her mit meinem Schnuller zusammenhängt,
daß ich mich an dich (B.) geklammert habe aus Angst dich zu verlieren.
Du bist dann auch ganz schnell nach Amerika gegangen, weil du aus dem Armeedienst
entlassen wurdest. Wir waren ja nur vier Wochen zusammen und es war für
mich ganz fürchterlich, daß du gegangen bist.
Th: Spüre mal, ob das
der Grund war, von C. nicht mehr weguzkommen und nicht `Nein` sagen zu können.
Oder stelle die beiden mal nebeneinander.
Kl: C., wie ich dich da jetzt
so stehen sehe, stelle ich mir vor, wie du dich mit mir gefühlt hast. Ich
habe so etwas ja auch schon einmal erlebt. Ich habe immer gewußt wie schrecklich
das ist, wenn man sich an einen Menschen klammert und an ihm festhält,
weil er in einem ein Loch stopft und eine Leere ausfüllt und derjenige
dann weggeht. Ich glaube darum konnte ich zu dir nicht `Nein` sagen.
Th: Wie reagieren sie denn
aufeinander?
Kl: Sie sind irgendwie wie
Geschwister. Sie sind sich auch ein bißchen ähnlich.
Th: Wie ist es denn, wenn
du zu B. sagst,daß du zu ihm gerne `Ja` gesagt hättest, aber er gegangen
ist und du dann zu C. `Ja` gesagt hast.
Kl: B., ich hätte zu
dir wirklich gerne `Ja` gesagt und als du gegangen bist, ist ein Stück
von mir gestorben und ich habe dann zu C. `Ja` gesagt.
Th: Sage C. auch warum du
das getan hast, nämlich daß er eigentlich nicht gemeint war.
Kl: Es fällt mir sehr
schwer, dir das noch einmal zu sagen, aber ich wollte zu dir nicht `Ja` sagen.
Ich habe es einfach gemacht, weil ich dir nicht antun wollte, was ich erlebt
habe. - Jetzt nickt er und lächelt und sagt, daß er das weiß.
Th: Frage ihn, ob er dir erlauben
würde, in der Wirklichkeit vor dem Standesamt `Nein` zu sagen.
Kl: C., wenn ich jetzt vor
dem Standesamt `Nein` sage, ist das o. k. ?
Th: Tue es. Probiere es aus.
Kl: Ja, ich sage einfach `Nein`
!
Th: Schau ihn an dabei.
Kl: Er freut sich und nimmt
mich in den Arm und sagt: Na endlich!
Th: Er scheint dich ja wirklich
zu lieben. Er möchte gerne, daß du ehrlich und authentisch bist.
Kl: Er sieht richtig glücklich
aus. C., du siehst richtig glücklich aus. Du freust dich, daß ich
dazu stehe was ich fühle, was ich möchte und was ich denke.
Th: Wie reagieren die anderen
um dich herum?
Kl: Erst haben alle sehr betreten
geguckt, aber jetzt wo sie sehen, daß C. sich darüber freut und ganz
ausgelassen ist, ist es wie eine Feier.
Th: Lade mal B. dazu ein und
schaue was dann passiert.
Kl: B., komm mal mit dazu
und schaue es dir an. Er steht da ganz fremd, als ob er nicht dazugehört.
Wieso stehst du da und guckst so komisch? Du freust dich nicht mit uns, oder?
Er dreht sich um und möchte weggehen. Bleib doch hier, wo willst du denn
hin?
Th: Sag ihm, daß da
noch etwas zu klären ist. Anscheinend hat er Energie von dir mitgenommen.
Er gratuliert dir ja noch nicht einmal, oder nimmt Abschied, oder so etwas.
Oder frage ihn, was er mit dir noch zu klären hat.
Kl: Ja B. sag mal, was haben
wir noch zu klären? Was hast du noch zu klären mit mir? Wie, das verstehe
ich nicht. Es gefällt dir nicht, daß es mir gut geht. Du kannst dich
doch freuen. Du hast dein Leben doch auch gelebt. Ich habe dir jahrelang hinterher
getrauert und habe dir immer wieder geschrieben. Ich habe mich immer wieder
in Erinnerung ge-bracht bei dir.
Th:
Frage ihn direkt, ob er dich geliebt hat oder liebt.
Kl: Sag mal, hast du mich
geliebt? Er weiß es nicht. Erst nickt er, dann schüttelt er mit dem
Kopf, dann nickt er wieder. Ich finde das irgendwie merkwürdig, weißt
du B. ! Was war das denn dann zwischen uns? Ich habe damals nur ein Photo von
dir gesehen und wußte, das ist der Mann, den ich will. Dann hast du mich
gesehen und gewußt, das ist die Frau die ich will. Und jetzt ... ? Ah
ja, das war dir alles zu anstrengend. Aha, ich habe zu viel geklammert.
Th: Du warst ehrlich und authentisch.
Frage ihn, wie es für ihn war.
Kl: Wie war das für dich?
Er sagt,daß er den leichteren Weg gegangen ist. O.k. gut. Ich bin dir
auch nicht mehr böse darüber.
Th: Frage ihn, ob er was von
dir mitgenommen hat.
Kl: Hast du etwas von mir
mitgenommen? Er schüttelt den Kopf und sagt: Nicht mehr. Das hat er mir
alles wiedergegeben und das empfinde ich auch so. Es ist jetzt ganz viel Freude
in mir. Ich könnte vor Freude weinen.
Th: Laß deine Angstgestalt
mal dabei sein und schaue wie sie darauf reagiert.
Kl: Angstgestalt, du bist
viel kleiner geworden.
Th: Schau dir an, was damals
passiert ist.
Kl: - stöhnt - Sie sitzt
wieder in meinem Bauch, die Angstgestalt. Ach, Mensch! - Die Klientin beginnt
zu weinen. - Weißt du, ich will das eigentlich nicht sehen B., aber du
zwingst mich da hinzusehen. In meinem Leben hat sich alles wiederholt. B. hat
sich in W. wiederholt. Ich will aber auf W. nicht so lange warten, wie ich auf
B. gewartet habe. Ja W., ich habe gewußt, daß ich wegen dir nicht
so lange leiden will und ich wußte auch, ich werde mich von dir lösen,
da ich es nicht wiederholen will.
Th: Bringe B. und W. mal zusammen.
Kl: Die verschmelzen sofort.
Ich wußte auch, daß ich diese Aufgabe in meinem Leben gelöst
habe. C. hat sich wiederholt in M. meinem Mann jetzt. Dort wußte ich,
daß ich es nicht schaffe.
Th: Laß ihn dabei sein
und sage es ihm.
Kl:
M., du hast mich auch fast aufgefressen am Anfang und ich mußte dich
immer wegschieben und auf Distanz halten. Ich habe viel mit dir geredet und
dir gesagt, daß ich Luft zum atmen will. Das war ganz schwer für
dich. Irgendwie hast du es trotzdem hinbekommen. Ich wußte auch, daß
ich dich eigentlich nicht heiraten will. Aber ich habe auch da wieder keinen
Ausweg gefunden, da war auch soviel Druck von außen. Scheiße!!
Th: Bringe C. dazu und schau
wie M. darauf reagiert.
Kl: C., schau dir das an.
Ich habe es wieder gemacht.
Th: Wie reagieren die beiden
aufeinander?
Kl: M. guckt weg und C. schaut
hin. - direkte Ansprache - Ja M., ich weiß nicht was ich dir sagen soll.
C. hat sich vorhin gefreut, als ich ehrlich war. Ich weiß, daß du
mir gut tust und wichtig für mich bist. Darf ich zu dir auch ganz ehrlich
sein? Er nickt und lächelt mich an.
Th: Dann würde ich dir
vorschlagen, geh mal in deine Hochzeit und schau, ob du da auch ganz ehrlich
sein kannst. Laß die Angstgestalt dabei sein.
Kl: Wenn ich jetzt die Hochzeit
mit dir M. so vor mir sehe, merke ich, daß ich wieder `Ja` sagen würde.
M., ich würde wieder `Ja` sagen. Du trägst mich ja auch ganz viel.
Ich fühle mich von dir getragen. Ich stehe schon dazu.
Th: Wie reagiert er? Wie reagiert
die Angstgestalt?
Kl: Er nimmt mich in den Arm
und freut sich auch. Die Angstgestalt ist ganz klein geworden.
Th: Es scheint keine Wiederholung,
sondern etwas anderes zu sein, sonst hättest du `Nein` sagen müssen.
Schau mal, was da anders ist. Vielleicht hattest du nur Angst vor der Wiederholung.
Kl: Es fühlt sich ganz
warm an und geborgen.
Th: Da hätte ich eine
Idee. Wir gehen jetzt auf der Zeitachse vorwärts zum letzten Sonntag, wo
M. dir den Schnuller wegnimmt. Guck was passiert und was da hochkommt.
Kl: Ja, wenn er sich den Schnulli
in den Mund steckt, dann habe ich das Gefühl, daß er das nicht darf,
weil es meiner ist.
Wenn du den Schnulli nimmst, dann werde ich ganz böse, weil ich denke,
du nimmst mir etwas weg. Das ist meiner!
Th:
Was nimmt er dir weg, was ist das? Wenn er es nicht weiß, dann frag
den Schnulli, er sagt es dir. Was willst du ihm nicht erlauben oder geben.
Kl: Schnulli, was nimmt M.
mir weg, wenn er dich nimmt? Irgendwie ein Stück meiner Seele, aber Schnulli,
du bist doch nicht meine Seele. Du bist doch nur ein Schnulli.
Th: Frag ihn, ob das stimmt.
Vielleicht ist er auch mit einem Teil deiner Seele verbunden.
Kl: Schnulli, du bist mir
so wichtig. Ich muß immer nur weinen.
Th: Es könnte ein Teil
sein in dir, den du ihm nicht geben willst. Du kannst ihn auch fragen. Er weiß,
welchen Teil du ihm nicht gibst oder zeigst.
Kl: M., sag du mir doch, welchen
Teil oder Bereich meiner Seele gebe ich dir nicht? Er sagt, daß es mein
Herz ist.
Th: Frage den Schnulli, ob
er mit deinem Herz verbunden ist.
Kl:
Ja, ist er. Ich weiß, ich gebe niemandem mein Herz. B. und W. habe
ich es gegeben. Beide standen letztendlich nur für dich, Schnulli. Das
ist doch verrückt. Wie kann denn mein Herz so an einem Schnulli hängen?
- Sie soll sich ihr Herz anschauen. Die Klientin weint heftig. - Herz, du klopfst
wie verrückt. Was ist denn passiert? Warum hast du dich so mit dem Schnulli
verbunden? Da kommen undeutliche Bilder. Ich sehe mal meinen Vater und meine
Mutter ganz verschwommen.
Th: Frage dein Herz doch mal,
wo es jetzt ist. Vielleicht hat es B. noch, oder W.? Wo du es versteckt hast?
Wie es ihm geht?
Kl: Herz, sage mir doch wo
du jetzt bist? Nein, bei den beiden ist es nicht mehr.
Th: Hat es sich zurückgezogen
von der Welt? Von den Männern, von den Beziehungen?
Kl: Es war immer ganz kalt
und ich höre meine Mutter sagen: Du bist so kalt zu mir! Ich bin nie mit
dem Herzen dabei.
Th: Frage einmal das Herz
direkt, ob es sich abgekühlt hat und wo es hinmöchte.
Kl: Sag mal Herz, bist du
denn abgekühlt? Nein, eigentlich nicht. Herz, was möchtest du denn?
Es möchte zu mir.
Th: Aha, du hast es in`s Exil
geschickt.
Kl: Herz, warum bist du denn
nicht bei mir? Wo habe ich dich denn hingeschickt? Es ist wohl so, daß
es mit meinem Schnulli weggekommen ist, abhanden gekommen ist.
Th: Du hast ja deinen Schnulli
und somit dein Herz wiedergefunden, dann gib doch jetzt M. mal deinen Schnulli
und dein Herz und schau wie das für dich ist.
Kl: Nein ich will ihm das
nicht geben. M., ich will dir das nicht geben. Es ist so, daß wenn jemand
mein Herz hat, dann kann er mir furchtbar wehtun und das will ich nicht mehr.
Jetzt taucht die Schmerz-gestalt wieder auf.
Th: Wahrscheinlich hast du
den beiden Männern doch noch nicht so ganz verziehen und die Schmerzgestalt
ist noch da. Zwei Versuche... und daneben, und jetzt klebt das Herz am Schnulli.
Wie sieht die Schmerzgestalt aus?
Kl:
Wie eine ganz dicke, häßliche Kröte.
Th: Hol doch mal B. und W.
herbei und sage ihnen, daß sie da etwas vergessen haben. Sie haben dir
zwar dein Herz zurückgegeben, aber sie haben die Kröte mitgeliefert.
Kl: Kommt mal her, B. und
W. und guckt euch das an, was mir da geblieben ist. Ihr könnt diese Kröte
gerade wieder mitnehmen.
Th: Ne, ne du mußt sie
an die Wand werfen, damit ein Prinz herauskommt. - Die Klientin lacht. - Da
ist etwas unerlöst. Da muß ein Prinz herauskommen. Rede einmal mit
der Kröte. B. und W. waren für dich der Prinz und nun hast du die
reduzierte Form, die Kröte.
Kl: Tja Kröte, was mache
ich mit dir? Du sitzt da und siehst mich an.
Th: Frage sie einmal, ob sie
erlöst werden will.
Kl:
Willst du denn erlöst werden? Sie sagt, daß sie das will. Ihr wächst
schon ein Krönchen auf dem Kopf.
Th: Du mußt sie wohl
an die Wand werfen. Da ist Wut und Verzweiflung und das hängt an diesen
Männern. Es ist nicht gelöst. Du bist anscheinend immernoch wütend
auf sie, aber du kannst das Symbolbild befreien, unabhängig davon, was
da noch aus deiner Kindheit mit dem Thema zusammenhängt. Deine Eltern haben
ja auch dein Herz nicht bekommen. Du hast es, aber es hängt am Schnulli.
Die Kröte soll dir den Weg zeigen, sie kennt sich aus.
Kl: Kröte, hilf mir.
Zeige mir den Weg, wie ich mein Herz wiederbekomme und wie ich dich erlösen
kann.
Th: Nimm sie mal in deine
Hand. Berühre sie und gehe in Kontakt mit ihr.
Kl: Sie nimmt mich an der
Hand. Wo gehst du denn hin mit mir? Auf eine Wiese. Auf dieser Wiese sitzen
B. und W. ! Gib mir mal den Schlagstock, ich will mal draufschlagen. - Die Klientin
schlägt mit dem Schlagstock auf den Boden. - Erst B., dann W.!
Th: Schau die Kröte an,
ob es reicht und stimmig ist. Richte dich nach ihr. Die Kröte weiß
das.
Kl: Ne, ich kann ruhig noch
ein bißchen. - Die Klientin schlägt weiter mit dem Schlagstock auf
den Boden. - Naja, zwei Matschhaufen, die da übrigbleiben. Die Kröte
strahlt.
Th: Was machen B. und W.?
Kl: Da sind nur noch zwei
Matschhaufen. Ich sehe sie gar nicht mehr. Die Kröte fängt langsam
an sich zu verwandeln.
Th: Wie ist das für dich,
daß diese beiden Männer jetzt Matschhaufen sind? Das ist ja schon
eine ganz schöne Ver-änderung.
Kl: Och, das finde ich in
Ordnung. Ich finde das habt ihr verdient.
Th: Sie wollten ihren Prinz
nicht leben. Du hast sie dazu gemacht und sie haben sich verweigert.
Kl: Genau, das habt ihr jetzt
davon. Dafür geht es mir jetzt besser. - Musik wird eingespielt. - Sie
sind jetzt zwei Pfützen und werden von der Wiese aufgesogen und sind weg.
- Die Klientin lacht. - Weg! Dafür steht mein Prinz jetzt da. Er sieht
schön aus. Du siehst schön aus. Groß und schlank mit einem Krönchen
auf dem Kopf und einem Umhang, wie im Märchen.
Th: Dein Symbolbild ist wieder
da. Schau mal, ob du ihm dein Herz geben kannst. Er ist deine Sehnsucht und
du weißt es.
Kl:
Ja! - Die Klientin beginnt zu weinen. Musik läuft weiterhin. - Mir wird
ganz warm. Der Prinz hält das Herz sehr liebevoll und sehr vorsichtig.
Es tut mir gut, wie du mit meinem Herz umgehst. Ich weiß, bei dir ist
es gut aufgehoben. - Die Musik läuft einige Zeit und es wird nicht gesprochen.
- Jetzt hat der Prinz auf der Wiese mit mir getanzt. Das Herz war in der Mitte
zwischen uns und dann wurde ich so traurig und ganz schwer. Ich weiß nicht
warum.
Th: Frage den Prinzen.
Kl: Sag mal, Prinz warum bin
ich so traurig geworden? Warum sagst du nichts? Ich habe so eine starke Sehnsucht,
aber ich weiß nicht wonach. Ich weiß nur, daß ich das nicht
habe, wonach ich mich seh-ne. Ich müßte doch jetzt froh sein mit
dir. Er sagt, daß er weiß was mir fehlt. Ja, das ist die Sexualität.
Mein Mann und ich haben seitdem wir zusammen sind, nicht richtig miteinander
schlafen können. Es klappt bei ihm einfach nicht. Ich habe diesen Bereich
in mir im Moment völlig zu gemacht. Abgetötet!
Th: Hol mal deinen Mann dazu
und beteilige ihn an dem Gespräch.
Kl: M., komm mal her. Du weißt
es ja eigentlich. Ich habe es dir alles gesagt.
Th: Schau was passiert, wenn
er mit deinem Prinzen in Kontakt kommt.
Kl: Guck dir meinen Prinzen
an.
Th: Du hast ja deinem Prinzen
dein Herz gegeben und M. möchte es gerne haben. Er müßte zum
Prinzen werden.
Kl: Der Prinz nimmt das Herz
und gibt es ihm. M. nimmt es ganz vorsichtig. Sie stehen nebeneinander und schauen
sich an. Ich stehe da und schaue zu. Ich denke, die können doch nicht einfach
mein Herz zwischen sich aufteilen. Hey, ihr zwei, was macht ihr da? Das ist
mein Herz. Ich habe es dem Prinzen gegeben. M. will es nicht wieder hergeben.
Th: Spüre mal, was er
für Bedingungen erfüllen müßte, damit er es behalten darf,
dein innerer M.. In dir, will er es haben. Er will dein Prinz sein. Er scheint
es aber nicht zu sein, denn du willst es ja wiederhaben. Und dein Prinz darf
es haben. Was fehlt M.? Frage ihn, oder deinen Prinzen.
Kl: M., was fehlt mir bei
dir, daß du mein Herz nicht haben darfst? Ich sehe dich als Seelengefährten,
aber nicht als Mann.
Th: Ist er so etwas wie dein
Vater für dich, der auf dich aufpaßt und da ist?
Kl: Nein, eher wie ein Bruder.
Ein Freund.
Th: Frag einmal den Prinzen,
warum M. kein Prinz ist. Warum er kein Mann ist. Was fehlt ihm?
Kl: Sag mal Prinz, warum ist
M. kein Mann? Der Prinz sagt, weil ich mit M. keine Sexualität leben kann.
Kl: Was fehlt M. denn, daß
er es nicht kann, und daß es nicht passiert?
Th: Er erfüllt doch sonst
alle Bdingungen eines Prinzen. Er hat das Symbol in sich. Also, was fehlt ihm?
Erlaubst du es nicht? Was passiert? Frage den Prinzen.
Kl: Ja, sag mal Prinz was
fehlt ihm denn? Der Prinz sagt, daß er sich zu abhängig von mir macht.
M., du machst dich zu abhängig von mir.
Th: Heißt das, daß
er deine Energie braucht, weil er nicht aus seiner eigenen Energie heraus leben
kann?
Kl: Ja!
Th: Warum erlaubst du das?
Warum forderst du nicht den Prinzen? Er ist da, in dir.
Kl: Ich weiß nicht was
ich machen soll.
Th: Frag den Prinzen, was
du machen kannst.
Kl: Sage du mir doch einmal
Prinz, was ich machen kann. Er sagt nichts.
Th: Ich habe da eine Vermutung.
Frage den Prinzen, ob du erst zur Prinzessin werden müßtest. Denn
nur dazu passt ein Prinz. Du kannst den Prinzen anschauen und dazu seine Prinzessin
kommen lassen. Dann siehst du es. Du scheinst das archetypische Symbol der Prinzessin
zu verweigern.
Kl: Ooh, wenn ich mich als
Prinzessin sehe, bekomme ich auch Bauchschmerzen.
Th: Tja, was macht der Prinzessin
Bauchschmerzen?
Kl: Da müßte ich
mich ja dem Prinzen hingeben oder ausliefern. Ja Prinz, dann müßte
ich mich dir hingeben oder ausliefern und das werde ich nie tun. Nie wieder.
Th: Eigentlich ist da aber
kein Widerstand vorhanden. Deine Kröte ist doch zum Prinzen geworden. Der
Prinz, dem du dich hingeben kannst, ist archetypisch vorhanden. Es ist dein
Widerstand zur Prinzessin zu werden. Die hat Bauchschmerzen. Laß deine
Prinzessin mal auftauchen und sage es ihr.
Kl: Ja Prinzessin, komme her
und zeige dich. Sie paßt zu dem Prinzen.
Th: Und du zu M. . Spürst
du es? Es läuft parallel. Er ist kein Prinz und du keine Prinzessin. Wenn
du einen Prinzen haben willst, mußt du zur Prinzessin werden und er zum
Prinzen. Das Potential ist da.
Kl: Ja, aber ich schaue mir
lieber die beiden an, als daß ich da selbst drinstecke.
Th: Es könnte sein, daß
da noch etwas weiter zurückliegendes ist, was da blockiert. Entweder B.
oder noch etwas weiter zurückliegendes, vielleicht zusammenhängend
mit deinen Eltern. Was macht das Herz jetzt, bleibt es am Schnulli hängen?
Kl: Das Herz ist auf den Boden
gefallen, es liegt auf der Wiese.
Th: Zurück kann es nicht,
denn der Prinz ist jetzt da. Frage einmal, was das Herz möchte.
Kl:
Ach du armes Herz, du tust mir richtig leid. Was möchtest du denn?
Das Herz möchte, daß der Prinz und die Prin-zessin sich umarmen,
und daß es in der Mitte dazwischen sein kann. Ihr beiden, ihr müßtet
euch mal richtig doll umarmen und das Herz zu euch in die Mitte nehmen.
Th: Damit das Herz wieder
eine Heimat hat. Damit es weiß, wo es hingehört.
Kl: Ja, das sieht schön
aus und fühlt sich schön an.
Th: Lade doch mal alle Figuren
ein, die daran beteiligt waren. Sie sollen sich das mal anschauen.
Kl: Dann kommt mal alle her,
die ihr da-mit zu tun habt.
Th: Auf der Symbolebene ist
dein Prinz mit deiner Prinzessin zusammen. Dein Herz hat seinen Platz gefunden.
Schau mal, ob die anderen sich freuen, oder wie sie reagieren.
Kl: Die freuen sich alle.
Th: Ja, dann ist es stimmig.
Nur du scheinst zu weinen.
Kl: Ich fühle mich so
ausgeschlossen.
Th: Dann gehe mal in die Prinzessin
hinein, und spüre wie es sich von da aus anfühlt. Tanz mal mit dem
Prinzen und sieh, wie die Gunda (die Klientin) da draußen ausgeschlossen
ist.
Kl: Ich merke, wie ich immer
versuche, mich dagegen zu wehren.
Th: In sie hinein zu gehen?
Kl: Wenn ich in ihr drin bin
und der Prinz kommt auf mich zu und will mich umarmen, dann will ich ihn immer
wegschieben.
Th: Dann laß den Teil,
der ihn wegschieben will draußen bei Gunda, denn du sollst dich ja nur
einen Moment mal wieder verbinden, damit du weißt wie sich das anfühlt.
Gehe mal wieder in dieses archetypische Symbol, das unverletzt und rein ist
und so ist wie es ist. Was passiert?
Kl: Es fällt mir sehr,
sehr schwer den anderen Teil draußen zu lassen. Es gelingt mir immer nur
sekundenweise und dann ist auch in mir alles ganz ruhig und friedlich.
Th: Sieh mal, ob du etwas
separieren und dir ansehen kannst. Da scheint etwas großen Einfluß
auf dich zu haben.
Kl: Da ist jetzt eine feuerrote
Gestalt, die erinnert mich ein bißchen an Nina Hagen. Die hatte ich schon
einmal in einer Session über meiner Sexualität.
Th: Frage sie einmal nach
ihrem Hauptthema und ob es mit deiner Kindheit und mit deinen Eltern zusammenhängt,
oder ob es sich erst später gebildet hat.
Kl: Sag mir doch mal, aus
welcher Zeit dieses Thema ist. Es ist nicht aus der Kindheit, sondern aus einer
späteren Zeit.
Th: Frage sie, ob sie Lust
hat sich zu erlösen und mehr wieder ein Teil zu werden, der zu dir gehört
und dir erlauben kann, wieder mehr Prinzessin zu sein.
Kl: Wäre das o. k. für
dich, daß ich dich erlöse. Sie ist einverstanden.
Th: Wie ist es für dich?
Kl: Weiß ich nicht so
recht.
Th: Erlösen heißt
ja mehr Freiheit zu haben. Du mußt keine Prinzessin sein, aber du könntest.
Jetzt kannst du es nur sekundenweise. - Die Klientin bejaht zögernd. -
Das klingt so wie: Ist ja ganz sinnvoll, aber etwas besonderes liegt mir da
nicht dran.
Kl: Es steht so die Befürchtung
im Raum, das Leben könnte dann komplizierter werden.
Th: Das machen wir ja heute
nicht, denn das ist ja nochmal ein ganz eigenes Thema. Schau mal was du jetzt
noch brauchst, oder verbinden willst, wenn du dir das so ansiehst.
Kl: Ich wollte M. gerade vorschlagen,
daß er mal in den Prinzen hineinschlüpfen soll, aber da merke ich,
daß ich das gar nicht will.
Th: Es scheint so etwas zu
aktivieren, wie: Der nicht! Du könntest ja auch ganz schön wütend
auf ihn sein, weil er schon ewig seine Rolle verweigert oder seine Essenz.
Kl: Ja, ich bin auch ganz
schön wütend, aber ich versuche das immer wieder wegzustecken. Ich
sage mir, daß er nichts dafür kann.
Th: Es ist doch seine Aufgabe
zum Prinzen zu werden, insofern kann er schon etwas dafür. Er steht nicht
außerhalb. Das ist alles sehr kompliziert.
Kl: Dann denke ich sofort
an seine Krankheit und die hat so vieles bei ihm kaputtgemacht. Er kann ja auch
gar nicht. Wie soll er denn auch. Was mache ich denn jetzt bloß?
Th: Niemand sagt, daß
er dein Prinz sein muß. Frage doch deinen Prinzen, was er dazu sagt. Vielleicht
hat er einen Vorschlag oder eine Botschaft.
Kl: Ja Prinz, sage mir doch
einmal etwas was mir weiterhilft. Er sagt, daß in M. soviel Potential
steckt, daß er ein idealer Prinz für mich wäre.
Th: Frage den Prinzen, ob
in der Welt das Potential steckt, dir einen anderen Prin-zen vorbei zu schicken.
Einfach nur mal schauen, ob für dich noch alles offen ist.
Kl: Er meint, daß es
an mir liegt. Ich könnte wählen.
Th: Das mußt du selber
herausfinden, ob es eine Wiederholung, andere Ebene, oder neue Erfahrung ist.
Wie geht es deinem Magen jetzt?
Kl: Ist eigentlich alles ganz friedlich.